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Digitalisierung Schritt für Schritt: 3 Handlungsfelder für die fertigende Industrie

15.09.2021 - ERP, Industrie 4.0, Technologie

Quelle: iStock.com/courtnek
Quelle: iStock.com/courtnek

Die Digitalisierung der Prozesse und damit die Aufrechterhaltung der Wertschöpfung in produzierenden Betrieben ist ein probates Mittel zur Sicherung des Unternehmenswerts. Das hat sich in besonderem Maß auch in den Hochzeiten der Pandemie gezeigt. Von null auf hundert funktioniert die digitale Transformation aber nur für die allerwenigsten Unternehmen. Sinnvoll und praxistauglich ist die schrittweise Digitalisierung einzelner Unternehmensbereiche, z. B. von Service, Dokumentenmanagement oder Lagerverwaltung.

Die Corona-Pandemie lähmt noch immer branchenübergreifend zahlreiche Betriebe. Weil Lieferketten unterbrochen sind oder weniger Aufträge in den Büchern stehen. Mutige Unternehmer nutzen die Zeit zur Modernisierung oder Erweiterung ihrer Systemlandschaft – um für die Zukunft gerüstet zu sein. Denn inzwischen ist klar, dass Digitalisierung nicht nur ein Trend und alles andere als eine Eintagsfliege ist. Die durchgängige Digitalisierung und damit Vernetzung von Prozessen ist vielmehr eine der aktuell dringendsten Aufgabe für IT-Manager und Unternehmensleitung. Laut einer Bitkom-Studie spielt für 95 % der befragten Unternehmensvertreter die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Gemeint sind nicht nur digitale Kommunikationsmittel, sondern vor allem auch die Umstellung auf digitale Produkte, Technik und Dienstleistungen. Diesen Eindruck hat auch die Beteiligung an zahlreichen ERP-Webinaren unter der Überschrift „Digital Unlocked“ in den vergangenen Monaten bekräftigt.

Die Digitalisierung ist keine Eintagsfliege, sondern eine wichtige Aufgabe für IT-Manager und die Unternehmensleitung. Karl Tröger, Business Development Manager

Vorausschauendes Servicemanagment. Quelle: PSI Automotive & Industry GmbH
Vorausschauendes Servicemanagment. Quelle: PSI Automotive & Industry GmbH

Servicemanagement: Digital noch stärker

Besonderes Interesse zeigten Unternehmen z. B. am Thema Servicemanagement. Traditionell zählt der Service zu den margenstärksten Sparten eines Unternehmens – gerade auch im Vergleich mit dem Neumaschinengeschäft. Bis heute hat sich hieran nichts geändert. Im Gegenteil: Die aktuellen VDMA-Benchmarks zeigen, dass der Service mit durchschnittlich 20 % überproportional zum Betriebsergebnis beiträgt.

Effizienz im Servicemanagement hat folglich hohes Potenzial, das vor allem auch durch durchgängige digitale Prozesse gehoben werden kann – vom Engineering über die Fertigung bis zu Wartung und Instandhaltung im Feld. Die Einrichtung und Überwachung von Wartungsverträgen mit individuellen Konditionen für die Ersatzteilbeschaffung und die Leistungserbringung sind wichtige Bestandteile der Gesamtlösung. Sinnvoll ergänzt wird die Lösung durch die mobile und plattformunabhängige Anbindung des Servicepersonals und der Kunden. So können zeitnah Informationen ausgetauscht werden und Stillstandzeiten reduziert oder sogar ganz vermieden werden.

Dokumentenmanagement: Digital bis zur Archivierung

Wie groß die Bedeutung eines praxistauglichen Dokumentenmanagements ist, zeigt allein die riesige Anzahl an Dokumenten und Informationsträgern in jedem Unternehmen. Ihre herausragende Rolle begründet sich zudem in ihrem Bezug zu nahezu allen Unternehmensprozessen. Auch hier lautet das Ziel: Effizienz durch integrierte, durchgängig digitale Prozesse. Dazu zählt z. B. ein voll-digitalisierter Rechnungsworkflow inklusive der Überprüfung erfolgter Lieferungen bei der Beschaffung. Auf einfache Weise lassen sich in einer solchen Lösung auch Genehmigungsworkflows einrichten. Die Vertragsverwaltung bzw. digitale Auftragsakte sowie die Lieferscheinarchivierung sind weitere Anwendungsfälle. Die automatische Archivierung eingehender oder ausgehender Informationen – auch zur Absicherung gesetzlicher Nachweispflichten – runden die Lösung ab.

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Lagerverwaltung: Digital bis ans Regal

Zu guter Letzt stieß mit dem Webinar „Digitale Lagerverwaltung“ die Digitalisierung eines klassischen ERP-Funktionsbereichs für die Lagerverwaltung auf großes Interesse. Ein wesentlicher Treiber ist der Drang nach der Mobilisierung aller Geschäftsprozesse. Mobile Lösungen im Lager fungieren als verlängerter Arm des ERP-Systems – bildlich gesprochen bis an das Regal. Mit ihrer Hilfe stabilisieren Unternehmen Prozesse in der Materialwirtschaft. Gleichzeitig sinkt die Fehlerquote. So finden Buchungen direkt am Ort des Geschehens statt – ohne Zeitverzug. Die Daten sind folglich per se aktuell. Unternehmen, die ihre Digitalisierungslücken im Lager bereits geschlossen haben, betonen einen weiteren zentralen Vorteil: So sind vor allem auch die Mitarbeiter durch die Vermeidung unnötiger Wege und die spürbare Entlastung ihrer täglichen Aufgaben deutlich motivierter. Dies wiederum trägt wesentlich zur Bindung an das Unternehmen bei.

Webinar-Reihe: Digital Unlocked

Sie suchen nach einfachen Ansatzpunkte, mit denen Sie vorhandene Prozesse digitalisieren können? Mehr zu digitalen Möglichkeiten in Service, Dokumentenmanagement und Lagerverwaltung erfahren Sie in der Webiar-Reihe "Digital Unlocked". Zur Aufzeichnung

Bewährte Digitalisierungslösungen nutzen

Viele Unternehmen geben an, erst in der Krise den Nutzen digitaler Technologien in ihrer gesamten Tragweite verstanden zu haben. Daher stehen immer öfter digitale Projekte ganz oben auf der Agenda. Ein Blick in die Praxis belegt, dass für viele Produktionsbetriebe vor allem in den Bereichen Service, Lager und Dokumentenmanagement großes Potenzial steckt. Die Lösungen hierfür stehen bereits zur Verfügung und haben sich schon vielfach in der Praxis bewährt.

Lesen Sie mehr zum Thema PSI Industrial Apps in unserer aktuellen Broschüre.

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Karl Tröger, PSI Automotive & Industry

Karl Tröger

Seit mehr als 20 Jahren ist Karl Tröger bei der PSI Automotive & Industry. In dieser Zeit hat er sich mit allen Aspekten von ERP-Software befasst und war in führenden Positionen in Entwicklung, Beratung und Marketing tätig. Heute versteht er sich als Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft sowie Software-Entwicklung und Marketing. Der Diplom-Ingenieur der Elektronik und Nachrichtentechnik ist an der von der Bundesregierung initiierten Plattform Industrie 4.0 beteiligt und veröffentlicht regelmäßig vielbeachtete Publikationen über die Zukunft von fertigungsnaher Software.

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